Bronze gehört zu den haltbarsten Werkstoffen der Bildhauerei. Figuren aus der Legierung von Kupfer und Zinn überdauern Jahrhunderte, und viele Motive, die auf Kaminsimsen, Regalen und Schreibtischen stehen, haben eine lange Vorgeschichte. Tiere, Göttinnen, Tänzerinnen und nachdenkliche Männer tauchen in der Kleinplastik immer wieder auf, jeweils mit eigener Symbolik. Für Sammler zählt neben dem Motiv auch die Herstellung. Gussverfahren, Patina und Oberfläche verraten, ob eine Figur aus einer Werkstatt des 19. Jahrhunderts stammt oder ein jüngerer Nachguss ist. Gerade bei sehr bekannten Motiven ist diese Frage oft schwerer zu beantworten als bei seltenen Stücken.
Tierfiguren gehen auf die Animaliers des 19. Jahrhunderts zurück
Tiere gehören zu den ältesten Motiven der Bronzekunst. Als eigene, angesehene Gattung der Kleinplastik etablierten sie sich im Paris des 19. Jahrhunderts. Bildhauer wie Antoine-Louis Barye und Pierre-Jules Mêne modellierten Löwen, Pferde, Hunde und Hirsche mit anatomischer Genauigkeit und in Formaten, die in bürgerliche Wohnungen passten. Für diese Gruppe setzte sich der Name Animaliers durch.
Hunde, Pferde und Raubkatzen gehören seither zum festen Repertoire der Kleinbronze. Auch in anderen Kunstformen sind Tiere gefragt, beim Malen nach Zahlen etwa zählen Porträts und Tiermotive zu den großen Motivgruppen. Ob Pinsel oder Gussform, in beiden Fällen kommt es darauf an, die typischen Merkmale eines Tieres genau zu treffen.
Wiener Bronzen sind klein, detailreich und kalt bemalt
Eine eigene Gattung bilden die Wiener Bronzen. In Werkstätten der österreichischen Hauptstadt entstanden vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und um 1900 kleine Figuren, oft nur wenige Zentimeter hoch, die nach dem Guss von Hand bemalt wurden. Weil die Farbe ohne Brennen aufgetragen wird, spricht man von Kaltbemalung. Typisch sind Hunde, Katzen, Vögel und Insekten, außerdem Szenen mit orientalischen Händlern und humorvolle Genrestücke.
Rodins Denker prägt die Figur des sitzenden Mannes bis heute
Akte und Athleten gehören seit der Antike zum Kern der Bildhauerei, auch in der Kleinbronze. Auguste Rodin entwarf seinen Denker um 1880 als Teil des Höllentors, eines Portals mit Szenen aus Dantes Göttlicher Komödie. Erst später wurde die Figur als eigenständige Skulptur gegossen und vergrößert.
Weil der Denker in vielen Ausführungen und Größen existiert, sagt das Motiv allein wenig über den Wert einer einzelnen Figur aus. Antik2000 hat ihn in mehreren Fassungen im Sortiment, darunter eine Variante als Skelett, die das berühmte Vorbild ironisch bricht.
Justitia, Atlas und die Eule stammen aus der antiken Mythologie
Die Justitia geht auf die römische Göttin der Gerechtigkeit zurück. Seit dem Mittelalter hält sie meist eine Waage zum Abwägen und ein Schwert für die Durchsetzung des Urteils. Die Augenbinde kam in der frühen Neuzeit hinzu und steht für ein Urteil ohne Ansehen der Person. Atlas, der Titan aus der griechischen Sage, stemmt das Himmelsgewölbe und wird oft mit einer Himmelskugel oder einer Armillarsphäre gezeigt, einem Modell der Himmelskreise. Die Eule wiederum begleitet die Göttin Athene und gilt als Sinnbild der Weisheit. Alle drei Motive lassen sich als Bronzefiguren bei Antik2000 online kaufen, die Eule etwa auf einem Sockel aus Marmor.
Art déco verband Bronze mit Elfenbein und Onyx
Tänzerinnen in gestreckten Posen, schlanke Akte und exotische Kostüme bestimmen die Bronzen des Art déco aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Bildhauer wie Demetre Chiparus und Ferdinand Preiss kombinierten Bronze mit geschnitztem Elfenbein für Gesichter und Hände, eine Technik, die als chryselephantin bezeichnet wird. Die Sockel der Figuren aus Marmor oder Onyx gehören zum Gesamtbild, ein später ersetzter Sockel kann den Wert spürbar mindern.
Neuere Motive greifen Vanitas und viktorianische Formen auf
Neuere Motive spielen gern mit älterer Symbolik. In der Malerei des Barock stand der Totenschädel für die Vergänglichkeit, das sogenannte Vanitas-Motiv erinnerte an die Endlichkeit des Lebens. Figuren wie ein Skelett mit Schädel oder ein Affe, der einen Schädel betrachtet, greifen diese Tradition auf, oft mit einem Augenzwinkern.
Metall als Gestaltungsmittel prägt auch den Steampunk, der viktorianische Formen mit Science-Fiction verbindet und von Zahnrädern, Kupfer und Messing lebt. Diesen Stil setzen Künstler ebenfalls in Skulpturen und Installationen um.
So entsteht eine Bronze im Wachsausschmelzverfahren
Für feine Kunstbronzen nutzen Gießereien bis heute ein Prinzip, das mehrere tausend Jahre alt ist. Der Bildhauer formt ein Modell aus Wachs, das mit Lehm oder einer keramischen Masse umhüllt wird. Beim Erhitzen schmilzt das Wachs aus, die Hülle wird gebrannt, und in den Hohlraum fließt die flüssige Bronze. Nach dem Abkühlen wird die Form entfernt, jede Form dient also nur einem einzigen Guss. Der Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie zeichnet die Geschichte des Wachsausschmelzverfahrens von Funden aus der Bronzezeit um 3000 vor Christus bis zu den Werken von Donatello, Cellini und der Nürnberger Gießerfamilie Vischer nach.
Blank bearbeitete Bronze schimmert rötlich golden, ihre typische Farbe erhält eine Figur erst durch die Patina. Im Freien bildet sie sich über Jahre unter dem Einfluss von Luft und Feuchtigkeit und färbt die Oberfläche braun bis grün. Gießereien erzeugen sie gezielt mit Chemikalien und Hitze und schützen das Ergebnis mit einer Wachsschicht.
Original oder Nachguss: Worauf Sammler achten
Viele bekannte Motive wurden über Jahrzehnte nachgegossen, teils von der ursprünglichen Gießerei, teils nach Abformungen fertiger Figuren. Solche Nachgüsse haben ihren eigenen Wert, erzielen aber meist niedrigere Preise als Güsse, die noch zu Lebzeiten des Künstlers entstanden sind. Einige Merkmale helfen bei der Einordnung:
- Signatur und Gießereistempel, bei Auflagen auch eine Nummerierung wie 3/8
- Schärfe der Details, denn bei Abformungen verschwimmen Konturen und Ziselierung
- Maße im Vergleich zum Vorbild, weil Metall beim Abkühlen schwindet und ein Abguss vom Abguss etwas kleiner ausfällt
- Material und Gewicht, da Zinkguss oder Kunstharz mit Metallpulver leichter sind und an Kratzern eine andere Farbe zeigen
Eine sichere Bestimmung gelingt oft nur mit Werkverzeichnis und Vergleichsstücken. Bei einer Dekorationsfigur entscheidet vor allem die handwerkliche Qualität von Guss und Oberfläche.
Pflege bedeutet vor allem, die Patina zu schonen
Die Patina ist der empfindlichste Teil einer Bronzefigur. Im Innenraum genügt es, Staub regelmäßig mit einem weichen Pinsel oder Tuch zu entfernen. Metallputzmittel, Essig und ammoniakhaltige Reiniger greifen die Patina an und können den Wert einer Figur dauerhaft mindern. Eine dünne Schicht mikrokristallines Wachs, sparsam aufgetragen und nachpoliert, schützt vor Fingerabdrücken und Feuchtigkeit. Für Gartenbronzen genügt klares Wasser, ein Hochdruckreiniger würde die Patina abtragen.
Fazit
Die beliebtesten Motive für Bronzefiguren haben fast alle eine lange Geschichte, von den Tierfiguren der Animaliers über die kalt bemalten Wiener Bronzen und die mythologischen Allegorien bis zu den Tänzerinnen des Art déco. Über den Wert entscheiden Gießerei, Entstehungszeit und Zustand der Patina. Bei der Pflege gilt der Grundsatz, so wenig wie möglich einzugreifen.



