Ein Festivalwochenende findet fast vollständig unter freiem Himmel statt. Drei oder vier Tage auf einer Wiese bedeuten Mittagshitze und kühle Nächte, kaum Steckdosen und lange Wege zwischen Parkplatz, Zeltplatz und Bühne. Alles, was mitkommt, muss getragen werden, und jedes überflüssige Kilo spürt man spätestens auf dem Rückweg. Zugleich fehlt auf dem Gelände vieles, was zu Hause selbstverständlich ist. Die folgenden Abschnitte führen vom Einlass bis zum Abbau. Sie klären, was an der Kontrolle hängen bleibt, was bei Sonne und Lautstärke schützt und wie Akkus, Liquids und Lebensmittel mehrere Tage im Zelt überstehen.

Die Hausordnung entscheidet, was durch den Einlass kommt

Vor dem Packen steht ein Blick auf die Website des Veranstalters. In der Hausordnung und den Campingregeln ist festgelegt, was auf dem Gelände erlaubt ist, und diese Listen unterscheiden sich von Festival zu Festival. Typische Punkte sind Glasflaschen, Pavillons, Gaskartuschen, offenes Feuer und Sprühdosen. Wer die Regeln kennt, erspart sich den Weg zurück zum Auto.

Das Zelt sollte vor der Abreise einmal gestanden haben

Ein Probeaufbau im Garten zeigt rechtzeitig, ob Heringe, Leinen oder eine Stange fehlen. Längere Heringe halten im aufgeweichten Boden nach einem Regenschauer besser. Für die Nacht gehören Isomatte und ein warmer Schlafsack ins Gepäck, denn auf offenem Gelände kühlt es nach Sonnenuntergang spürbar ab.

Am Morgen dreht sich das Problem um. Sobald die Sonne auf die Plane scheint, wird es im Zelt stickig. Welche Folgen warme Nächte und Hitzestress für Schlaf und Kreislauf haben, zeigt der Beitrag über Hitzewellen im Sommer. Ein Platz im Halbschatten verschafft etwas Spielraum, falls noch einer frei ist.

Diese Dinge gehören auf jede Festival-Packliste

Die folgende Liste deckt ab, was auf nahezu jedem Festival gebraucht wird:

  • Ticket und Personalausweis, weil viele Tickets personalisiert sind und am Einlass das Alter kontrolliert wird
  • Regenjacke, warmer Pullover für die Nacht und Kopfbedeckung für den Tag
  • Zelt, Isomatte, Schlafsack und Stirnlampe
  • Gehörschutz, am besten Ohrstöpsel mit Filter
  • Trinkflasche aus Kunststoff
  • Powerbank und Ladekabel in einer wasserdichten Hülle
  • Bargeld und Bankkarte
  • kleines Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Blasenpflastern und den eigenen Medikamenten
  • Sonnencreme, Toilettenpapier und mehrere Müllbeutel

Ob an den Ständen mit Karte, Smartphone oder einem aufladbaren Bändchen bezahlt wird, legt jeder Veranstalter selbst fest. Ein paar Scheine als Reserve helfen, wenn das Mobilfunknetz überlastet ist. Steckdosen gibt es auf Campingflächen meist nicht. Mit Energiesparmodus am Tag und Flugmodus in der Nacht hält die Powerbank deutlich länger durch.

Akkus und Liquids brauchen im Gepäck einen festen Platz

Wer Vapes ins Festivalgepäck packt, nimmt Lithium-Akkus und Flüssigkeit mit, also zwei Dinge, die Hitze und Stöße schlecht vertragen. Das Umweltbundesamt rät, Akkus nicht an heißen Orten zu lagern, und nennt ausdrücklich das Auto in der Sonne als Beispiel. Ein geschlossenes Zelt in der Mittagssonne ist kaum besser. Geräte und Ersatzakkus bleiben tagsüber deshalb im Schatten oder am Körper.

Ersatzakkus kommen einzeln in eine Schutzhülle, damit ihre Pole weder Schlüssel noch Münzen berühren und keinen Kurzschluss verursachen. Einen Akku, der sich aufbläht oder ungewöhnlich heiß wird, sollte man nicht weiter benutzen. Das Tabakerzeugnisgesetz verlangt in § 14 bruch- und auslaufsichere Nachfüllbehälter. Weil sich zwischen Dosen und Zeltstangen trotzdem ein Deckel lockern kann, schützt ein zusätzlicher verschließbarer Beutel Kleidung und Schlafsack.

Die Altersgrenze von 18 Jahren gilt auch ohne Nikotin

Das Jugendschutzgesetz zieht in § 10 eine klare Grenze. Wer jünger als 18 Jahre ist, darf in der Öffentlichkeit keine nikotinhaltigen Produkte erhalten, und der Konsum darf ihm dort auch nicht gestattet werden. Für Geräte und Liquids ohne Nikotin gilt dasselbe, ebenso für den Versandhandel.

Auf dem Gelände entscheidet der Veranstalter, ob und wo gedampft werden darf. Wo die Hausordnung dazu schweigt, hilft Rücksicht. In Warteschlangen, im Gedränge vor der Bühne und in fremden Zelten bleibt das Gerät aus, und zu Menschen, die nicht rauchen, hält man Abstand.

Bei Hitze braucht der Körper mehr Wasser als gewohnt

Schatten ist auf Festivalgeländen knapp, und wer stundenlang vor der Bühne tanzt, verliert viel Flüssigkeit über den Schweiß. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nennt für heiße Tage eine Trinkmenge von mindestens anderthalb bis zwei Litern, bevorzugt Mineralwasser, verdünnte Säfte sowie Kräuter- oder Früchtetee, und rät von Alkohol und Koffein ab, weil beides den Kreislauf zusätzlich fordert. Nach einem langen Tag in der Sonne ist diese Menge eher die Untergrenze. Gibt es auf dem Gelände Trinkwasserstellen, lässt sich die eigene Flasche dort auffüllen.

Gegen die Sonne helfen Kopfbedeckung, luftige helle Kleidung und Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 20, die mehrmals am Tag nachgecremt wird. Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sind Warnzeichen. Wer sie bei sich oder anderen bemerkt, sucht Schatten und das Sanitätsteam auf. Wirkt jemand verwirrt oder bricht zusammen, ist sofort die 112 zu wählen.

Ohrstöpsel mit Filter dämpfen gleichmäßiger als Schaumstoff

Vor großen Lautsprechertürmen ist die Musik laut genug, um das Gehör dauerhaft zu schädigen. Ein Pfeifen im Ohr nach dem Konzert ist ein Warnsignal. Schaumstoffstöpsel dämpfen stark, schlucken aber vor allem hohe Töne, sodass Musik dumpf klingt. Stöpsel mit Filter senken die Lautstärke über alle Frequenzen ähnlich stark. Abstand zu den Boxen und Pausen abseits der Bühne entlasten die Ohren zusätzlich.

Proviant muss ohne Kühlschrank auskommen

Wurst, Käse und Milchprodukte verderben ungekühlt schnell. Für mehrere Tage im Zelt eignen sich Brot, Knäckebrot, Nüsse, Konserven mit Aufreißdeckel und Trockenobst. Datteln sind ein handlicher Snack, weil sie natürlichen Zucker und Ballaststoffe liefern und kaum Platz brauchen. Ob Gaskocher oder Grill erlaubt sind, steht in den Campingregeln. Bei Trockenheit kann ein Funke reichen, um eine Wiese in Brand zu setzen.

Eigene Müllbeutel erleichtern den Abbau

Zurückgelassene Zelte und Müllberge sind ein bekanntes Problem großer Festivals. Einige Veranstalter erheben deshalb ein Müllpfand. Leere Einweggeräte und verbrauchte Akkus wandern in einen eigenen Beutel statt in den Container am Zeltplatz, denn im Restmüll können beschädigte Lithium-Akkus in Brand geraten. Wer E-Zigaretten verkauft, muss ausgediente Geräte nach § 17 des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes kostenlos zurücknehmen, auch ohne Neukauf und auch im Versandhandel.

Fazit

Ein durchdachter Festivalrucksack beginnt mit der Hausordnung und endet mit dem Müllbeutel. Dazwischen zählen ein dichtes Zelt, warme Kleidung für die Nacht, Wasser sowie Sonnen- und Gehörschutz. Akkus, Liquids und Lebensmittel brauchen einen Platz im Schatten und einen zusätzlichen Beutel. Wer dampft, hält sich an die Regeln des Veranstalters, an die Altersgrenze von 18 Jahren und an den Abstand zu Menschen, die nicht rauchen.